Eisenstadt, 7. Mai 2026: Die anhaltende Trockenheit in Österreich stellt Landwirtinnen und Landwirte zunehmend vor große Herausforderungen. Künstliche Bewässerung ist vielerorts unverzichtbar geworden. Gleichzeitig sinken die Grundwasserstände auf kritische Tiefstwerte. Nachhaltige Lösungen sind daher dringend gefragt. Hier setzt das Forschungsprojekt „Green Sentry“ der Forschung Burgenland an. Ziel ist die Entwicklung eines integrierten Systems zur effizienten Dürrebewältigung in der Landwirtschaft. Herzstück des Systems ist ein LoRaWAN-basiertes Sensornetz, das kontinuierlich Bodenfeuchte- und Umweltdaten erfasst. Diese Daten machen Dürrestressmuster sichtbar und ermöglichen adaptive, präzise Bewässerungsentscheidungen.
Einblick in die Wurzel: Pflanzen verstehen und stärken
Parallel dazu analysiert das Projekt die automatisierte Wurzel‑Phänotypisierung. Durch diese hochauflösende Bildanalyse werden Kennzahlen wie Gesamtlänge, Verzweigungsgrad und Tiefenverteilung der Wurzel erfasst. Die Verknüpfung dieser Daten mit den Bodenmessungen ermöglichen ein tieferes Verständnis pflanzlicher Stressreaktionen.
„Mit Green Sentry verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz: Wir verbinden moderne Sensortechnologie mit biologischem Verständnis und innovativen Materialien. So schaffen wir die Grundlage für eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft“, erklärt Projektleiter Markus Schindler.
Hydrogele als natürliche Wasserspeicher
Ein weiterer innovativer Ansatz ist die Verwendung von Hydrogelen, die Wasser binden. Diese speichern Feuchtigkeit im Boden und geben sie bei Trockenheit kontrolliert ab. Dadurch wird die Bodenstruktur verbessert und die Wasserverfügbarkeit für Pflanzen langfristig stabilisiert.
Erste Tests mit Weinreben und Sojabohnen zeigen vielversprechende Ergebnisse: eine höhere Wassernutzungseffizienz, eine gleichmäßigere Wurzelentwicklung und stabile Erträge – und das ohne zusätzliche Kosten für die Betriebe.
Forschung für die Energiewende und Klimaanpassung
„Die Auswirkungen des Klimawandels sind längst Realität, insbesondere im Bereich der Landwirtschaft. Deshalb ist es entscheidend, jetzt innovative Forschungsansätze zu entwickeln und diese auszubauen. Die Forschung Burgenland beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren mit nachhaltigen Lösungen an der Schnittstelle von Digitalisierung, Energie und Landwirtschaft. Projekte wie Green Sentry zeigen, wie wir mit Know-how und technologischer Kompetenz konkrete Antworten auf drängende Zukunftsfragen liefern können“, betont Geschäftsführer Marcus Keding.
Das von der Forschung Burgenland vorangetriebene Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung im Kontext der Energiewende. Gleichzeitig adressiert es eine der zentralen Herausforderungen des Klimawandels: die Sicherstellung der landwirtschaftlichen Produktivität trotz zunehmender Dürreperioden.
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Rückfragehinweise:
Marlene Hamedl BA │ Marketing & Kommunikation │ Forschung Burgenland GmbH │ Tel: 0664-88134518 │ E-Mail: marlene.hamedl(at)hochschule-burgenland.at


