Neues Berechnungstool zeigt Fortschritt Richtung Klimaneutralität im Burgenland

LHStv.in Haider-Wallner: „Klimaziele werden jetzt jährlich überprüfbar und transparent nachvollziehbar“ – Forschung Burgenland präsentiert CO₂- und Energiebilanz-Tool im Auftrag des Landes

Eisenstadt, 11. Mai 2026. Landeshauptmann-Stellvertreterin und Klimaschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner präsentierte heute gemeinsam mit Marcus Keding, Geschäftsführer der Forschung Burgenland, und Projektleiter Marcus Hofmann ein neues Berechnungstool für Treibhausgasemissionen, Energieverbrauch und Energieerzeugung im Burgenland. Damit wird der Weg des Landes hin zur bilanziellen Klimaneutralität bis 2030 sowie zur vollständigen Klimaneutralität bis 2040 erstmals umfassend quantifizierbar und jährlich nachvollziehbar dargestellt. „Dies war eine zentrale Forderung aus dem Burgenländischen Klimaschutzgesetz“, betonte Haider-Wallner. „Der Weg zur Klimaneutralität 2040 muss messbar und jährlich überprüfbar sein. Unser Ziel ist ambitioniert – deshalb ist es entscheidend, dass wir transparent sehen, ob unsere Maßnahmen wirken und wir gegebenenfalls nachsteuern können.“

Transparente Datengrundlage für wirksamen Klimaschutz

Das im Auftrag des Landes Burgenland entwickelte Tool basiert auf den jährlich veröffentlichten Daten des Umweltbundesamtes und der Bundesländerberichte. Es ermöglicht eine detaillierte sektorale Darstellung von Emissionen und Energieverbrauch und macht so die Umsetzung der Burgenländischen Klimastrategie objektiv nachvollziehbar. Projektleiter Marcus Hofmann erläuterte die Funktionsweise des Tools als umfassende Wirkungsfolgenanalyse: „Wir können damit erstmals systematisch darstellen, welche Maßnahmen welche Effekte auf Emissionen, Energieverbrauch und den Einsatz erneuerbarer Energien haben.“ Aufgrund der komplexen Bilanzierungsmethodik und da nur endgültige Detailstatistiken für die Berechnungen herangezogen werden, handelt es sich bei den Werten für das Jahr 2024 um die aktuellsten, erst vor kurzem veröffentlichten Daten.”

Deutliche Fortschritte bei Emissionen und erneuerbarer Energie

Als Basis für die Zielverfolgung dient das Jahr 2019. Seither zeigen die Daten eine positive Entwicklung: 2024 lagen die Treibhausgasemissionen im Burgenland bei 1,55 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent – ein Rückgang um 5,1 Prozent gegenüber 2023 und der niedrigste Wert seit 1990. Der Verkehrssektor ist mit 52 Prozent weiterhin der größte Emittent, mit großem Abstand folgen die Sektoren Landwirtschaft (16 Prozent) und Gebäude (13 Prozent). „Im Gebäudesektor sind bereits deutliche Erfolge durch den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme erkennbar“, so Haider-Wallner.

Beim Energieverbrauch zeigt sich laut Hofmann ein differenziertes Bild: Verkehrs- und Gebäudesektor liegen 2024 nahezu gleichauf, gefolgt von der Industrie. Insgesamt ist der Energieverbrauch seit 2019 gesunken, im Vergleich zum Vorjahr jedoch leicht gestiegen. Hierbei muss hervorgehoben werden, dass keine massive Verschiebung innerhalb der Energieträger stattfindet. Der Anteil fossiler Energieträger wie Gas und Öl und auch Diesel sinkt, was in Einklang mit den reduzierten Emissionswerten steht.

Bei der Energieerzeugung zeigt sich ein deutlich positiver Trend: Der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik schreitet stark voran, ebenso steigt die biogene Wärmeproduktion aus Holz und Biogas kontinuierlich. „Die Entwicklung unterstreicht die zunehmende Bedeutung des Burgenlandes als erneuerbare Energie-Region mit stark wachsender Stromproduktion und stabiler, biogen geprägter Wärmebereitstellung“, so Hofmann.

Forschung als Partner der Transformation

Die Forschung Burgenland unterstützt die Burgenländische Landesregierung neben wissenschaftlicher Expertise und dem CO₂-Tool auch mit weiteren Projekten, die dazu beitragen, die Klimastrategie des Landes umzusetzen. Keding stellt exemplarisch einige  Projekte in diesem Zusammenhang vor: „Klimaneutrale Verwaltung - wie kann die Landesverwaltung selbst klimaneutral werden?“, „FTech4Klimate - Nutzung von Sattelitendaten für das Burgenland“, „WWEU  - Wärmewende in der Region Eisenstadt Umgebung“ sowie „Green Sentry - klimabedingte Herausforderungen der Region Seewinkel, insbesondere Trockenheit und Wasserknappheit“.

Marcus Keding, Geschäftsführer der Forschung Burgenland dazu: „Die Auswirkungen des Klimawandels sind längst Realität. Deshalb ist es entscheidend, jetzt innovative Forschungsansätze zu entwickeln und diese auszubauen. Die Forschung Burgenland beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren mit nachhaltigen Lösungen an der Schnittstelle von Digitalisierung, Energie und Landwirtschaft. Projekte wie diese zeigen, wie wir mit Know-how und technologischer Kompetenz konkrete Antworten auf drängende Zukunftsfragen liefern können“, betont Geschäftsführer Marcus Keding.

Haider-Wallner betonte abschließend die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Politik und Wissenschaft: „Das ist ein sehr gutes Zusammenspiel zwischen dem Land Burgenland und der Forschung Burgenland. Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Klimaziele erreichen – und mit diesem Tool haben wir jetzt auch jedes Jahr klar im Blick, wo wir stehen, was wirkt und wo wir nachlegen müssen.“

 

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Rückfragehinweise:
Marlene Hamedl BA │ Marketing & Kommunikation │ Forschung Burgenland GmbH │ Tel: 0664-88134518 │ E-Mail: marlene.hamedl@hochschule-burgenland.at

Projektleiter Marcus Hofmann, LHStvin Anja Haider-Wallner und Forschung Burgenland-Geschäftsführer Marcus Keding

Forschung Burgenland präsentiert CO₂- und Energiebilanz-Tool im Auftrag des Landes