Wer macht die Energiewende? Unterrepräsentierte Gruppen im Fokus

Die Forschung Burgenland zeigt im Projekt „E3 – Energy, Equity, Equality“ warum manche Gruppen bisher von der Energiewende ausgeschlossen sind – und wie sich Beteiligung an Technologien wie Smart-Home-Systemen, E-Mobilität und Energiegemeinschaften verbessern lässt.

Die Energiewende wird bisher überwiegend von einer spezifischen demografischen Gruppe getragen, nämlich „weiß, 35+ und männlich“. Damit sind die Vorteile der Energiewende einer eingeschränkten Zielgruppe vorbehalten – viele Menschen können von Schlüsseltechnologien, wie beispielsweise Home Energy Management Systemen, Elektromobilität und Energiegemeinschaften, nicht profitieren. Dabei ist es gerade bei der Gestaltung von Technologien der Energiewende entscheidend, dass Menschen – als Nutzerinnen und Nutzer – mitreden können. Um soziale Gerechtigkeit zu fördern, gehören Menschen mit vielschichtigen Personenmerkmalen eingebunden.

Spielerisch mitmachen: Energie selbst erleben

Um einen Eindruck über diese Personenmerkmale zu bekommen, hat die Forschung Burgenland gemeinsam mit der FH CAMPUS 02 eine österreichweit angelegte Umfrage mit mehr als 3.000 Personen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen einen maßgeblichen Einfluss von intersektionalen sozioökonomischen Faktoren auf die Nicht-Nutzung von Schlüsseltechnologien:

  • Home Energy Management Systeme werden vor allem von Personen in urbanen Räumen mit einem Haushaltseinkommen von höchstens 5.000 Euro nicht genutzt. Nennenswerte Hebel in diesen Zielgruppen sind unter anderem Neugier, wahrgenommene Nützlichkeit von Home Energy Management Systemen sowie fehlende Demand Response Kenntnisse.
  • Im Kontext der Elektromobilität spielt das Alter eine zentrale Rolle. Vor allem ältere Personen mit relativ hohem Einkommen, die in urbanen Gebieten – insbesondere in Wohnungen – leben und ein niedrigeres Bildungsniveau aufweisen, sind unterrepräsentiert. In diesen Zielgruppen stellen mitunter Preissensitivität, Umweltbewusstsein und Reichweitenangst wichtige Einflussgrößen dar.
  • In Energiegemeinschaften sind vor allem Personen im Ruhestand mit relativ hohem Einkommen in städtischen Lagen unterrepräsentiert, wobei intersektionale Gruppen sowohl mit höherem als auch mit niedrigerem Bildungsniveau vorhanden sind. Als mögliche Hebel können Energiebewusstsein, niederschwellige Beteiligungsmöglichkeiten und finanzielle Einsparpotentiale dienen.

In einem nächsten Schritt werden Personen aus den genannten Zielgruppen zu Experimenten eingeladen, um Möglichkeiten für eine stärkere Beteiligung in der Energiewende spielerisch auszuloten:

  • Energieverbrauch einsehen und Geld sparen

Sie sehen, wo Sie hinsehen – wir übrigens auch (aber nur fürs Forschungsprojekt). In unserer Studie testen wir, wie gut man online seinen eigenen Energieverbrauch nachvollziehen kann.Keine Vorkenntnisse nötig – nur Maus und Neugier.

  • Elektroauto testen und Laden erleben

Wie fährt sich ein E-Auto wirklich – und ist Laden komplizierter als Kaffee bestellen?

Wir begleiten Sie bei einer Probefahrt und sammeln Ihre ehrliche Meinung.

Kein Verkaufsgespräch. Kein Autovertrag. Nur Ihre Erfahrung zählt.

  • Energiegemeinschaft ausprobieren

Keine Sorge – hier unterschreiben Sie nichts mit Blut

Testen Sie unverbindlich, wie die Anmeldung zu einer Energiegemeinschaft funktioniert. Alles nur Probe – aber mit echtem Erkenntnisgewinn.

Die Teilnehmenden unterstützen nicht nur die Forschung, sondern erhalten interessante Einblicke in ihr eigenes Verhalten und gestalten die Energiewende für alle mit.

Neugierig geworden? Über diesen Link können Sie sich ganz unkompliziert für einen spannenden Feldtest anmelden

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Experiment um Energiewende spielerisch auszuloten: Die Teilnehmenden unterstützen nicht nur die Forschung, sondern erhalten interessante Einblicke in ihr eigenes Verhalten und gestalten die Energiewende für alle mit.